Mittwoch, Oktober 01, 2014

Willst Du mir etwa…?!?

[Von Peter und Bastian]
„Willst du mir etwa das Katholisch-Sein absprechen?“
Die KO-Frage schlechthin. Wir liefern persönlich zugeschnittene, passende KO-Antworten.

  • Der Minimalist: äh… doch!
  • Der Realist: Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass du dich für katholisch hältst!
  • Der Rücksichtvolle: Wenn ich’s nicht tue, macht’s jemand anders. Und der ist nicht so nett wie ich.
  • Der Linksblinker: Heul doch!
  • Der Ehemann: Es ist nicht so, wie du denkst. Ich kann alles erklären!
  • Der Dunkelkatholik: Frag mich das nochmal, wenn du gebeichtet hast.
  • Der Hobbytheologe: Die Taufe ist ein Charakter indelebilis. Wenn du glaubst, ich könnte das so einfach abkratzen, bist du nicht katholisch.
  • Der Pastoralreferent: Ich bin froh, dass du selbst darauf gekommen bist.
  • Der Piusbruder: Frag mich das auf Latein. Kannst du nicht? Also!
  • Der Grundsätzliche: Wer glaubt, man könne ihm das Katholischsein absprechen, ist nicht katholisch.
  • Der Charismatiker: Was ich will, ist egal – der Herr hat’s mir gesagt!
  • Der ZdK’ler: Leider kann ich mir meine Fragen nicht selbst beantworten…

Montag, September 29, 2014

Regierung streicht diskriminierende Epochen aus der Geschichte

[Von Bastian]
Berlin. Der Bundestag erwägt, diskriminierende Epochen aus der deutschen Geschichte zu streichen. „Unsere Schüler sind Kinder. Wir können es nicht länger verantworten, dass sie im Geschichtsunterricht durch schlimme Schilderungen der Vergangenheit beleidigt und verstört werden. Diese Schilderungen entsprechen nicht mehr unseren heutigen Werten“ - so ein Sprecher des Anti-Diskriminierungs-Ausschusses. Die Opposition ist im Grundsatz mit der Entwicklung einverstanden. Aus den Parteispitzen hieß es, man könne auf diese Weise viele Probleme zugleich lösen. Wenn beispielsweise das Dritte Reich oder die großen Christenver-folgungen nicht mehr existierten, müsse niemand mehr unter den Folgen leiden. Kirchenbeschmierungen oder Judenhass könnten so entkriminalisiert werden, da sie keine negativen Erinnerungen mehr wach riefen. Sie würden, sobald sie nicht mehr in der Vergangenheit verhaftet seien, einfach als moderner und zeitgemäßer Ausdruck des gesellschaftlichen Konsenses verstanden. Vorbild der seit längerem laufenden Diskussionen ist das schwedische Unternehmen Saltkrokan. Dort wurden in den Werken Astrid Lindgrens kritische Stellen umgeschrieben oder entfernt. (LINK)

(Bei diesem Beitrag handelt es sich um Satire)

Sonntag, September 28, 2014

Wenn Martin auf den Zug aufspringt...

[Von Bastian]
Aha. Die Polizei wird in NRW bei Martinszügen und Ähnlichem nicht mehr aufpassen. Das kostet zu viel. Spätestens hier wird klar, was unserer Rot-Grünen Landesregierung wichtig ist: Geld. Denn dass ausfallende Martinszüge auch etwas kosten, z.B. Freude und Brauchtum, wird offensichtlich nicht bedacht. Sie sollen halt privat organisiert und gesichert werden. Seitdem im NRW-Landtag kein Kaffee mehr serviert wird (Kostenfaktor!), fehlt es dort offenbar an Denkfähigkeit und Konzentration. (Vielleicht wäre Kaffee eben doch eine gute Investition in funktionierende Politikerhirne!)

Ich denke allerdings, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Polizei eben doch wieder vor Ort ist. Spätestens wenn die Linke anlässlich der Laternenzüge zu Gegendemos aufruft, wird man die vor aggressiven Kindern schützten wollen - schließlich werden die armen Demonstranten mit brennenden Laternen bedroht!

Uns bleibt, zu überlegen, wie man in der Zwischenzeit damit umgeht. Eigentlich braucht das Kind nur einen anderen Namen. Wir müssen auf den Zug der Zeit aufspringen. Denn was wird noch vernünftig geschützt? Immer die Aktionen, von denen die Regierung glaubt, dass man dort gar keine Polizei haben will. Das macht nämlich misstrauisch.
Die nächste Fronleichnahmsdemo könnte daher Glück haben, wenn man es schafft, die Behörden zu überzeugen, dass es sich bei Ministranten und Geistlichen um Vermummte handelt. Dann sind Beamte zur Stelle. Martinszüge könnte man offiziell absagen und als Flashmob übers Internet organisieren. Irgendjemand muss dann noch dafür sorgen, dass die Polizei einen Tipp bekommt.

Die Art des Auftritts ist alles. Denn wenn die Polizei uns nicht schützen will, muss sie eben da sein, um andere vor uns zu schützen. Es muss doch irgendeinen Weg geben, die Ordnungshüter zur Stelle zu haben.

Samstag, September 27, 2014

Falsche Frage

[Von Bastian]
Gestern bin ich im Gespräch wieder einmal über die Frage gestolpert, ob Jesus wohl die Kirche gewollt hätte. Meist eine rhetorische Frage: natürlich nicht, oder zumindest nicht so. Und dann kann man schön zwischen dem differenzieren, was ist, und was Jesus wollte, ohne zu merken, dass man tatsächlich differenziert zwischen dem, was einen stört und dem, was man selbst will. Grundlage für endlose Diskussionen, wenn man denn will.
Fruchtlose Diskussionen, denn, so meine ich: die Frage ist falsch gestellt. Christus wollte nicht die Kirche - er will sie. Wir leben nicht die Umsetzung eines 2000 Jahre alten Befehls, sondern aus einer Gemeinschaft heraus, die jetzt besteht.
Ginge es um einen alten Wunsch, wäre die Kirche, wie sie ist, mit Sicherheit nicht, wie Gott sie wollte. Geht es um Christi Wunsch genau heute, ist sie allerdings auch nicht, wie er sie will. Der kleine Unterschied: Wäre die Basis ein alter Wunsch, könnte sich die Kirche im Laufe der Zeit nur immer weiter davon entfernen. Da es aber Gottes heutiger Wille ist, der sie leitet, ist sie auf dem Weg hin zu ihm.
Wer die Frage stellt, hat eigentlich schon begonnen, eine der Grundlagen zu verlassen, auf der jedes Christentum stehen muss: das Vertrauen darauf, dass Gott da ist und uns führt.

Donnerstag, September 25, 2014

Zitate

[Von Bastian]
Am letzten Wochenende fand der zweite Teil eines 4-Tägigen Seminars mit Prof. em. Dr. phil. Jörg Splett in Düsseldorf statt. Das Thema war Freiheit - Wahrheit - Person.
Es ist mir nicht möglich, die Fülle der Gedanken hier wiederzugeben. Es war unglaublich bereichernd. Mitgeschrieben habe ich allerdings ein paar Zitate, die mir gefielen.
Vielleicht gefallen sie ja nicht nur mir...

  • Wahrheit ist Wirklichkeit, die sich zeigt.
  • Das theoretisch richtige ist wahr. Das praktisch richtige ist gut.
  • Warum ist nach 2000 Jahren Christentum die Welt nicht besser? Weil jeder von vorn anfangen muss. Man kann eben nicht sagen: "Mein Vater war schon ein halber Heiliger und - hurra! - ich mache jetzt die andere Hälfte!".
  • Wer liebt, um glücklich zu sein, liebt nicht.
  • Wissen: sagen können, dass ich sagen kann, wie es ist.
  • Gott ist nicht das höchste Gut, sondern die höchste Güte. Ein höchstes Gut kann ich ergreifen und besitzen. Versuche ich aber, die höchste Güte zu ergreifen, dreht sie mich sofort um und schickt mich zum Nächsten. Die höchste Güte kann ich nur ergreifen, indem ich mich von ihr ergreifen lasse.
  • Ich bin frei, ein Versprechen zu geben, aber nicht frei, es gegeben zu haben.
  • Beweis: einen uneinsichtigen Satz auf einsichtige Weise auf etwas einsichtiges zurückführen.
  • Wer nicht sollen will, muss müssen.


Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem …

[Peter Esser]

…daher hier ein Diskussionsbeitrag zum leidigen Thema »Wiederheirat« und Kommunionempfang.

»N., vor Gottes Angesicht
nehme ich dich an als meine Frau.
Ich verspreche dir die Treue
in guten und bösen Tagen,
in Gesundheit und Krankheit
bis der Tod uns scheidet.
Ich will dich lieben, achten und ehren
alle Tage meines Lebens.«
(Aus der Trauliturgie)

Es läuft letztlich auf die Frage hinaus: Ist das tiefster, radikaler Ernst – oder Folklore?

Auch Jesus gibt sich in der Kommunion nicht widerrufsweise. Nachfolge Christi ist unerbittlich, weil die Liebe unerbittlich ist. Wo die Kommunion in erster Linie als Dokument der Zugehörigkeit gesehen wird, kann sie nicht empfangen werden. Das entspricht nicht ihrem Wesen, das ja gerade die Einigung mit Christus ist. Sie ist der Weg der Zugehörigkeit, Heilung und Heiligung.

Die Kirche versperrt dem zivilrechtlich Verheirateten nicht den Weg zur Kommunion. Jeder, der in dieser Situation ist, kann selbstverständlich in eine Kirche gehen und die Heilige Kommunion empfangen. Aber sie weist darauf hin, daß in der Lebensführung ein Widerspruch zum Sakrament besteht, das einen fruchtbaren Empfang verhindert – einfach weil nur eines wahr sein kann. Entweder ist Christus in der bestehenden Ehe gegenwärtig oder nicht. Ich kann nicht selektiv Christus in dem einen leugnen – der Ehe, und in dem anderen annehmen – der Kommunion. Das ist kein disziplinäres Problem, sondern ein Lebenswiderspruch.

Ich kenne Menschen, die diesen Lebenswiderspruch erkannt und darin unterschiedliche Lösungen gefunden haben.

Was hier geschieht, ist der Versuch, ein knallhartes Flutlicht auf die Situation der Paare zu richten. Damit wird kein Problem gelöst, im Gegenteil: Die Pastoral der Diskretion wird in Zukunft sehr erschwert werden.

Durch die Einforderung der Kommunion, wie das zur Zeit durch pressure groups massiv geschieht, wird zudem die Haltung gegenüber der Gnade des Sakramentes pervertiert. Das Sakrament ist etwas, auf das ich dann ein Anrecht habe wie auf die Ausstellung eines Mitgliedsausweises, wenn ich ADAC-Mitglied bin.

In der Kölner Kirchenzeitung fand ich im Mai letzten Jahres WÖRTLICH und zustimmend den Satz:

»Niemand verzichtet auf eine weitere Partnerschaft, nur um zur Kommunion gehen zu können.«

Das bedeutet: Hier ist gar nicht mehr verstanden, wer Jesus Christus ist. Und was er für einen Menschen sein will, der nach einer »gescheiterten« Ehe Seine Nähe sucht.

Ich schlage vor, kluge Seelsorger zu beauftragen, mit Betroffenen einen Weg zu gehen. Da fehlt es zur Zeit an echter, lebensbegleitender Hilfe. Keine Tipps vom Hohen Roß eigener moralischer Selbstgewißheit einerseits, keine billige Gnade andererseits.

Um den Begriff der »Barmherzigkeit« gibt es viel Verwirrung. Barmherzigkeit ist jedoch nichts, was sich einfordern ließe. Hätte man Barmherzigkeit institutionalisiert, wäre sie keine Barmherzigkeit mehr, sondern Recht. Barmherzigkeit ist, was ich aus dem je eigenen dem anderen ungeschuldet geben kann.

Selbst wenn die Kirche wollte, könnte sie die sakramentale Ordnung für jemanden nicht wiederherstellen, der sie nicht akzeptiert. Das wäre ein Widerspruch, keine Barmherzigkeit. Äußerste Kaltblütigkeit wäre es hingegen, wenn die Bischöfe in dieser Situation einem Druck nachgäben, statt sich auf ihr Amt der Leitung und Heiligung zu besinnen.

Mittwoch, September 24, 2014

Bloggertagung im Fokus (Teil 3)

[Peter Esser] Den Abschluß der Bloggertagung bildete eine – aus dem Vatikanmagazin bereits bekannte – kleine katholische Typenlehre.  Wenn man schon für sich entscheidet, welche Art von Naturkatastrophe ist, warum dann nicht auch herausfinden, welches besondere Gewächs im Garten Gottes und der Kirche man darstellt. Aus Copyrightgründen verweise ich auf den vollständigen (und lohnenden) Artikel.

Während Norbert und Andrea die einzelnen Typen vorstellten, nutzte ich die Gelegenheit, mein Zeichentablett zu testen. Das kam (in Echtzeit) dabei heraus. Für jeden Typ nahm ich mir exakt die Zeit, die es dauerte, die Typenbeschreibung vorzulesen.

12 Apostel. Eine kleine Katholische Typenlehre. ©Peter Esser

Eucharistie für „Geschiedene Wiederveheiratete“?

[Von Bastian]
Die Ehe ist untrennbar. Das könnte nur einer ändern – Gott. Aber der macht keine Anstalten dazu.
Sakramente beinhalten ein Handeln Gottes, sonst wären es keine Sakramente. Auch deren Wesen und Struktur ließe sich nur zusammen mit Gott ändern. Auch hier jedoch zeigt Er bisher nichts dergleichen.
Also: kein Komunionempfang bei „Widerverheirateten Geschiedenen“. Soweit logisch.
Die Idee, diese Haltung als unbarmherzig zu bezeichnen, liegt für viele Menschen nahe. Doch wer wäre denn da unbarmherzig? Der Mensch kann schließlich nicht das eine Handeln Gottes gegen ein anderes Handeln Gottes ausspielen – damit machte er Gott zum Komplizen bei einer Sünde. Das wird der begreiflicherweise nicht mögen. Also ist Gott unbarmherzig? Wer das glaubt, kann ja gehen, denn warum sollte man sich einem unbarmherzigen Gott unterordnen, der überdies lügt, indem er von sich sagt, er sei barmherzig?
Die Idee einer Zweitehe zu Lebzeiten des ersten Ehepartners kann nur ein Irrtum sein, wenn man diese Logik beherzigt.

Und trotzdem – irgendetwas ist hier doch falsch. Es kann doch nicht sein, dass man Menschen, die ein trauriges Schicksal hinter sich haben, eine vermeintlich göttliche Logik um die Ohren haut, wie ich es oben getan habe: "Die Dinge liegen so und so – finde Dich damit ab oder sei ein schwerer Sünder". Doch genau das passiert derzeit immer wieder: im Namen der Romtreue und des wahren Katholizismus wird getan, als sei es der Willen Gottes für mich, die Sünden anderer zu verurteilen, und die Pflicht der Kirche, diese Verurteilung gutzuheißen. Doch das ist Wasser auf die Mühlen der Kirchengegner.
Dass auf diesem Feuerchen persönlicher Schicksale politische Süppchen gekocht werden, ist klar und wird immer wieder gut dargelegt (LINK): was gäben viele darum, zu erleben, dass sich die Kirche von Gott distanziert, um sich nach ihnen zu richten. Das ist natürlich indiskutabel. Doch für genauso indiskutabel hielte ich es, wenn ich irgendjemanden wegen der Sünde Ehebruch verurteilte, denn sündigen kann ich selber bestens. Ich versuche, auf die Kirche zu hören, und doch könnte man mir im Namen der Romtreue und Lehre sicher viel vorhalten. Ich vermute allerdings, ich bin nicht der einzige in dieser Situation: Christus ist zwar für mich gestorben, aber nicht nur für mich. Willkommen alle im Club der Sünder, die bekanntlich mit dem Maß gemessen werden, mit dem sie messen. Das Steine-werfen auf Ehebrecher ist uns verboten.
So richtig es ist, die Stimme zu erheben, wenn versucht wird, mit politischer Agitation den Blick der Kirche von der Wahrheit Gottes abzulenken, so wichtig ist es auch, dass nicht Sünder Sünder verurteilen. Genauso wenig, wie man ein Sakrament gegen das andere ausspielen kann, kann man Gottes Wahrheit gegen seine Vergebung ausspielen. Wenn der Papst Leute verheiratet, die bereits Kinder haben, ist das kein fahrlässiges Ankratzen der Wahrheit, sondern ein Grund zum Feiern: Schafe kehren zur Herde zurück. Wenn nach einer pastoralen Lösung für Geschiedene gesucht wird, gilt es, diese Suche zu unterstützen und sie nicht mit Argumenten zu torpedieren, die letztlich nach dem Schema laufen: verirrte Schafe gehören gebrandmarkt, nicht gesucht. Die Sorge um die Wahrheit können wir dabei getrost dem Heiligen Geist im Gebet anvertrauen. Dem Sünder nahe zu sein ist göttliches Prinzip, nicht katholische Prinzipienlosigkeit.