Samstag, April 12, 2014

Freie Wahl des Namens ab 12 Jahren?

[Von Bastian] Eine Pressemeldung von 2018:

Nach dem Geschlecht soll auch der Name nicht mehr in den persönlichen Daten erfasst werden. So will es eine Initiative von Teilen der Grünen des Europäischen Parlaments.
Es gebe heute Lebensabschnittsgefährten, wechselnde Genderzugehörigkeiten und große Freiheiten in der persönlichen Gestaltung der eigenen Individualität. So sei nicht einzusehen, dass eine der individuellsten Eigenschaften - der Name, mit dem man angeredet werde – von fremden Menschen festgelegt werde, die man sich als Eltern, Leihmutter oder Erziehungsberechtigte nicht ausgesucht habe. Auch gilt der Zeitpunkt der Namensgebung viel zu früh. Viel besser sei es, wenn die Kinder erst einmal etwas heranwüchsen, bis sie selber wüssten, welcher Name zu ihnen passe.
Mit 12 Jahren sei ein Kind reif genug, sich für einen Namen zu entscheiden. Zu diesem Zeitpunkt könne auch zum ersten Mal das eigene Geschlecht festgelegt werden. Diese Entscheidungen sollten jederzeit änderbar sein, um die Freiheit der Person auf individuelle Anrede jederzeit zu gewährleisten. Bis zum Alter von 12 Jahren müssten Kinder als geschlechtslose, anonyme Nummern behandelt werden – dies sei logischerweise das höchste Maß an Individualität.
Ein Sprecher der Christdemokraten meinte dazu, er schlage als erstes eine Namensänderung der Grünen vor – sie seien offensichtlich blau.

Donnerstag, April 10, 2014

Gender und kein Ender

[Von Bastian] Es gendert mal wieder: ständig stoße ich auf das Thema. Dabei finde ich es so doof wie nur irgendwas.

Ein Baum ist eine „ausdauernde Samenpflanze, die eine dominierende Sprossachse aufweist, die durch sekundäres Dickenwachstum an Umfang zunimmt“. Zudem kann ich mir unter einem Baum etwas vorstellen.
Jetzt könnte natürlich ein Botaniker kommen und feststellen, ich hätte etwas gegen Gänseblümchen. Das sei alles falsch: ein Baum sei weder von dieser Definition noch von meinen Vorstellungen über ihn abhängig. Ein Baum sei, wer es wähle, ein Baum zu sein. Damit wäre der Begriff des Baums sinnlos geworden. Ein Baum könnte dann alles sein. Schön für alle Pflanzen, die schon immer ein Baum sein wollten, könnte man meinen. Nur: es bringt ihnen nichts mehr. Denn sie können sich zwar jetzt Baum nennen, aber nur, weil Baum nichts mehr bedeutet. Das Gänseblümchen, das jetzt nicht mehr diskriminiert wird, hat nur deshalb etwas davon, weil es mit dem Begriff „Baum“ noch das verbindet, was er einmal beinhaltete: groß und stark. Es fühlt sich befreit. Seine kleinen Ableger aber lernen, dass alle Pflanzen Bäume oder Gänseblümchen sind, wenn sie nur wollen, und hauen die Begriffe getrost in die Tonne, denn sie sagen nichts aus. Von ihren Mutterpflanzen indoktriniert werden sie sich wohl hüten, den großen Pflanzen mit Stamm öffentlich einen eigenen Namen zu geben, denn da leidet Mama drunter. Sie hat mit dem Botaniker dafür gekämpft, ein Baum zu sein!
Unter sich, wenn Mama das nicht hört, werden die kleinen Ableger sich mit den riesigen Pflanzen auseinandersetzen, und sie werden neue Begriffe für sich und für Bäume finden. Denn das ist Sprache: sich mittels Worten mit der Welt auseinandersetzen. Dinge und Konzepte werden zu Begriffen, Laute ohne Inhalt werden weggelassen.
Der Botaniker beginnt inzwischen, Baumkronen in die Vase zu stellen und sich Sonntags Nachmittags in den Schatten der Gänseblümchen zu legen und ist ganz traurig, dass alle ehemaligen Gänseblümchen noch so in ihrer Unfreiheit verhaftet sind, dass sie einfach keinen vernünftigen Schatten werfen, und dass die ehemaligen Bäume so arrogant sind, nicht in kleine Väschen zu passen. Eine Schlimme Welt, in der er da lebt!

Unsere moderne Gesellschaft erweist sich als lernresistent gegenüber Gänseblümchen.
Eine Frau ist ein Mensch, der 2 X-Chromosomen hat. Die führen zu bestimmten körperlichen Merkmalen, auf die ich (hier) nicht näher eingehen will. Ein Mann ist ein Mensch, der die Chromosomenkombination XY besitzt, mit den daraus resultierenden körperlichen Eigenschaften. Zudem haben beide Geschlechter auch seelische Eigenschaften, wobei es für diese Argumentation völlig egal ist, ob die nun genetisch oder kulturell bedingt sind. (Wobei ich es zumindest logisch und naheliegend fände, wenn man sich irgendwie mit den Menschen auch seelisch als Gruppe identifiziert, die dieselben Merkmale haben, wie man selbst.)
Jetzt kommt Gender und sagt: alles falsch. Das Geschlecht sei nicht von den Chromosomen abhängig, und es dürfte auch von der Kultur oder Vorstellungen nicht abhängig sein. Man habe das Geschlecht, das man wähle. Nur: wenn der Begriff des „Geschlechts“ nicht mehr definierbar ist, gibt es nichts zu wählen. Denn: was ist denn dann überhaupt noch ein Geschlecht? Ein Wort für etwas, das es nicht gibt? Die Wahl kann ich mir sparen. Worte stehen für etwas, sonst sind es nur Laute. Ich kann einen Begriff nicht von seinen Definitionen befreien. Ich kann mich schlecht als Mann fühlen, wenn ich nichts habe, an dem ich den Begriff „Mann“ festmachen kann. Vielleicht bin ich ja auch ein Gänseblümchen? Wie dem auch sei: ich habe gefälligst nicht daran festzuhalten, als Mann behandelt werden zu wollen, denn das ist diskriminierend.

Der vielleicht größte Irrtum bei Gender ist der, dass dort Begriff und Inhalt sowohl scharf getrennt werden („jeder kann eine Frau sein“), zugleich aber an die nun inhaltsleeren Begriffe genau die Folgen gekoppelt werden, die der ehemalige Inhalt erforderte. Bäume kommen in die Vase, weil sie auch Blumen sein sollen, Gänseblümchen müssen Windschutz bieten, weil sie, offen, wie sie nun mal sind, auch Bäume sein könnten, Väter bekommen Mutterschutz und Frauen Stehtoiletten.
Wer den Schatten von Gänseblümchen gegen den Sonnenbrand sucht und sich nachts gegen Mondbrand einschmiert, um keinen Himmelskörper zu diskriminieren, ist für mich nicht dümmer als der, der den faktischen Unterschied zwischen Männern und Frauen leugnet. Für den habe ich zum Einstieg in das Thema nur einen sexistischen Tipp: Schau halt mal hin.

Dienstag, April 01, 2014

Wer oder was ist jetzt noch sicher?

Fort Meade, Düsseldorf [ER] Hat sich der Nationale Sicherheitsdienst NSA jahrzehntelang selbst abgehört? Wie jetzt bekannt wurde, gelang es einem leitenden Stabsoffizier der NSA, Ltd. Colonel George J. Fortescue, jahrelang seine eigenen Selbstgespräche abzuzapfen. Kritiker dieses neuen, unerhörten Vorgehens der Sicherheitsbehörde fragen, was denn überhaupt vor der paranoiden Sammelwut der  Geheimdienstler sicher sei, wenn ihre leitenden Angestellten nicht einmal sich selbst vertrauen könnten. Fortescue wiegelte in einer hastigen Stellungnahme gegenüber Echo Romeo ab: »Es sei grundsätzlich ja nichts Neues ans Licht gekommen.«

Echo Romeo sieht das anders. Die Kultur der Soliloquia sei ein hohes Gut, denn: »A man who doesn’t talk to himself is not woth talking to.« (G. K. Chesterton)

Mittwoch, März 26, 2014

Limburger Zauberlehrlinge

»O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!«
J. W. von Goethe; Der Zauberlehrling

Liebe Limburger. Nun seid ihr euren Bischof endlich losgeworden.

Viele werden sich darüber freuen; einige werden enttäuscht sein. Ihr habt nun immerhin noch ein paar Domherren; gänzlich führungslos wird euer Bistum nicht sein. Hoffentlich auch nicht orientierungslos.



Ihr seid euren Bischof mit dem Trick des Zauberlehrlings losgeworden. Ihr habt Verleumdung, Rufmord und Desinformation im Verein mit einstmals seriösen Leitmedien eingesetzt, um das Haus auszufegen. Seht zu, dass sich das nicht gegen euch wendet!



Von nun an wird der vorauseilende Respekt der Bischöfe vor der Öffentlichen Meinung noch größer sein. Ich wünsche euch dennoch den Mut zu einem Neuanfang. Immerhin habt ihr jetzt ein Diözesanes Zentrum, das sich sehen lassen kann.

Samstag, März 22, 2014

Gebote

[Von Bastian]
Einen Vortrag, den ich dieser Tage in Marburg halten durfte, habe ich am Ende so zusammen gefasst:

Es gibt Gebote, und sie können eine Last sein. Wir brauchen Hilfe. Geben kann die nur Gott, weil Er allein nicht nur dazu auffordern, sondern auch dazu befähigen kann.
Es funktioniert nicht, wenn ein Christ sich bei der Beantwortung dieser Fragen auf die menschlichen Aspekte beschränkt. Da kann man nur scheitern. Wir haben Gott – auf ihn können wir uns verlassen.
Wenn man erkennt, dass Gottes Gebote uns überfordern können, gabelt ich der Weg: die Welt sagt, dann ist eben das Gebot falsch, und Gott sagt: Meine Gebote führen zu Mir und Ich vergebe die Sünden auf diesem Weg.
Die Welt ändert angesichts eines schweren Weges das Ziel, Gott stärkt und verzeiht das Fallen. Das hohe Ziel gibt er nicht auf – uns zuliebe. Er will, dass wir das Leben in Fülle haben, und zwar in Ewigkeit. Christus will uns als Brüder und Schwestern bei sich haben. Das ist Seine Logik: die der höchsten Berufung, der Verheißung und der Vergebung. Diese Logik zu verkünden ist uns aufgetragen. Sie fehlt heute an allen Ecken und Enden.
Die Zukunft des Glaubens hängt weniger an der Frage nach der Kirchensteuer, sondern an der Logik, der unser Denken und Reden folgt.

Der ganze Text wäre hier viel zu lang, aber wer ihn nachlesen möchte: der zweite Artikel hier.